Foto Sarastro Quartett

RALPH ORENDAIN, ROMAN CONRAD: VIOLINEN. HANNA WERNER-HELFENSTEIN: VIOLA. LEHEL DONATH: VIOLONCELLO.

Das Sarastro Quartett wurde 1994 in Winterthur gegründet.
Vier quartettbegeisterte Mitglieder des damaligen Stadtorchesters taten sich am Beginn ihrer Orchesterlaufbahn zusammen und gaben sich den Ensemblenamen nach einem Silbenspiel mit ihren Vornamen.

Schon zu Beginn des Zusammenspiels war allen bewusst, dass weder die Figur des Sarastro noch der Komponist der Zauberflöte zentral für die musikalischen Anliegen des Quartetts sein würden, denn es suchte und fand seine Stärken besonders im späten klassischen und im romantischen Repertoire, insbesondere bei seinen Interpretationen der Werke von Beethoven, Schubert, Mendelssohn und Brahms.

Die Diskografie des Sarastro Quartetts ist denn auch ein beredter Zeuge von seiner besonderen Affinität zu den Tonsprachen von Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die Ersteinspielungen der Quartette von Eugène d’Albert (entstanden 1997 für das schweizerische Label pan classics), die Aufnahme der Quartette von Camille Saint-Saëns (2000; pan classics), die erste Gesamtaufnahme der Kammermusik für Streicher von Felix Weingartner (2006-2008; cpo) sowie die Gesamteinspielung der Quartette und der Klavierkammermusik des argentinischen Komponisten Constantino Gaito (2005, Tradition und 2009, cpo) wurden von der Fachpresse begeistert aufgenommen. Mehrere dieser Aufnahmen wurden international ausgezeichnet und ebneten dem Ensemble den Weg auf viele in- und ausländische Konzertbühnen.
Die aktuellste Produktion der fortwährenden Zusammenarbeit mit dem deutschen Label cpo umfasst die Gesamteinspielung der Streichquartette von Paul Juon (2013-2014).

Eine weitere Vorliebe des Sarastro Quartetts gilt dem Schaffen von Schweizer Komponisten.
Es arbeitete mit den Zeitgenossen Jean Balissat, Peter Benary, Alfred Felder, Eric Gaudibert, Rudolf Kelterborn, Roland Moser, Fabian Müller und Ernst Pfiffner zusammen und kombiniert in seinen Programmen immer wieder Werke der schweizerischen Quartett-Literatur der letzten 100 Jahre mit den berühmtesten Werken des Genres.

Kennzeichnend für das Spiel des Sarastro Quartetts ist eine kompromisslose Texttreue, die sich in schlanker Tongebung und einer auf grosse Spannungsbögen ausgelegten Linienführung spiegelt.
Charakteristisch für seine musikalische Zusammenarbeit und letztlich auch für seine Interpretationen sind auf Konsens ausgerichtete Entscheidungsfindungen und ausgewogene Verantwortlichkeiten.

Die Beständigkeit der musikalischen Arbeit des Sarastro Quartetts zeigt sich auch in seiner Besetzung. So gab es in den fast 20 Jahren seit der Gründung nur zwei Wechsel (2000 und 2012), die dem Ensemblespiel zwar neue Impulse, jedoch keine neue Absicht verliehen.

So ist auch die Motivation aller vier Quartettmitglieder die gleiche geblieben: Neben verschiedenen hauptberuflichen Tätigkeiten auf hohem professionellem Niveau Streichquartett zu spielen und dabei künstlerische Erfüllung zu finden.